Der Leoganger Leonhardiritt

Das Jahr ist schon weit fortgeschritten und Allerheiligen vorüber. An der Schwelle des Winters, wenn alle Bauerarbeit auf den Feldern getan ist, wird am 6. November in Leogang seit Alters her der Kirchtag abgehalten.

Ein bisschen Spät in der Zeit, aber Sankt Leonhard hat just erst am 6. November seinen Tag!

An diesem Tag folgt nach der Morgenmesse um 9Uhr das heilige Amt für Vieh und Stalleute, und gegen 14 Uhr versammeln sich die Teilnehmer zum Flurritt und nehmen Aufstellung: der Vorreiter, die Musikkapelle in Knappenuniformen, dann folgen die hohe Geistlichkeit, der Pfarrer, der "Heilige Leonhard" und die „Heilige Barbara" deren Fest erst am 4. Dezember gefeiert wird, reiten hoch zu Ross mit. An sie reiht sich eine Abordnung der Bergknappen.

 

Häufig pfeift ein scharfer Bergwind während der Prozession durchs Tal, auch wirbelnde Schneeflocken gibt es am Leonharditag nicht selten! In den Stall zurückgekehrt, bekommen die Pferde dann eine Extraration Hafer, und auch das Heubündel ist besonders groß. Das Hausvolk aber setzt sich in der geräumigen Bauerstube zusammen oder löscht den Durst beim nächsten          Wirt, wo es noch lange fröhlich zugeht.

Nach dem 2. Weltkrieg waren Richard Treuer und Frau Käthe Thalmann um die Wiederbelebung dieses alten Brauches bemüht. Dadurch konnte der Leonhardiritt fast jedes Jahr bis 1965 durchgeführt werden. Durch die zunehmende Mechanisierung in der Landwirtschaft fehlten schließlich die Pferde und so wurde dieser Umritt 1966 eingestellt.

Es dauerte bis 2004 um wieder einen Leonhardritt in Leogang zu sehen.

Veranstaltet durch den Nostalgieverein „ANNO 1900" geht es seitdem stets bergauf mit den Teilnehmern am Umritt. Benachbarte Reiter – und Schnalzergruppen reiten gerne in Leogang am Leonhardritt mit.

Selbst wenn Sankt Leonhard auf einen Werktag fällt, so ist dieser - wenn auch mit weniger Teilnehmern am Umritt – unverfälscht zu unserem „Loigama Feischtag" geworden.

 

 

 

Sehenswürdigkeit – Leonhardikapelle

Diese Kapelle wurde 1709 vom Vikar Georg Graßmayr zu Ehren des Heiligen Leonhard errichtet. Die Kapelle hat eine rundbogige, vergitterte Nische, mit einem in die Rundung passenden Bild – Öl auf Holz Maria vom guten Rat links der Heilige Leonhard, rechts der Heilige Ägydius, unten Menschen (arme Seelen) im Fegefeuer.Leonhard Tribuser, der langjährige Bürgermeister und Ehrenbürger von Leogang kann als Retter dieser Kapelle bezeichnet werden. Bei der Neugestaltung der Strasse war geplant, sie zu entfernen. Tribuser konnte das verhindern. 

Sehenswürdigkeit – Pfarrkirche:

Die gegenwärtige Pfarrkirche ist mindestens schon der vierte Sakralbau, der an dieser Stelle in Leogang steht. Man nimmt an, dass dem 1323 erstmals bezeugten Gotteshaus aus Stein ein solches aus Holz vorangegangen ist.
Der ursprüngliche Patron der Kirche war der hl. Ägydius, seit 1477 scheint jedoch nur mehr der hl. Leonhard, der „bayerische Herrgott", als einziger Kirchenpatron auf.
Die Kirchenpatrone Ägidius und Leonhard sind als Eisenheilige mit dem Bergbau in Verbindung zu bringen.

Das stolzeste Wahrzeichen des hl. Leonhard stellt in Leogang bis heute die mächtige Kette dar, die sich um die ganze Kirche spannt. Das seltene Motiv der Kettenumspannung findet sich nur bei Leonhardikirchen, und als einzige Leonhardikirche in der Erzdiözese Salzburg ist nur die unsere mit einer Eisenkette umschlossen.

Sehenswürdigkeit – Samerstall:

Wussten Sie dass sich Leogang der besterhaltenste Samerstall des Landes Salzburg befindet?

Der Samerstall stammt aus dem 14.Jahrhundert und ist mit einem original gotischen Gewölbe im Erdgeschoßbereich ausgestattet. Im Obergeschoß sind Schlafkammern der Fuhrleute in Zimmermannsarbeit von höchster Kunstfertigkeit ausgeführt. Dieser Stall ist der besterhaltenste Samerstall des Landes Salzburg und damit ein Juwel besonderer Art. Hier wurden die Saumpferde eingestellt, die auf der so genannten kleinen Eisenstrasse Richtung Tirol Halt machten. Daher der Name Samerstall.

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